Blutspende zum Geburtstag

Ein kostümierter Stammgast


Als die Tochter einer guten Freundin an Krebs erkrankt und auf Blutkonserven angewiesen ist, wird Jürgen die Bedeutung von Blutspenden bewusst. An ihrem Geburtstag kommt er verkleidet in die Blutzentrale zum Spenden – und macht eine Gewohnheit daraus.

Jürgen Lalik

„Mich hat es richtig wachgerüttelt, als die Tochter einer guten Freundin wegen ihrer Krebskrankheit den Blutspendenaufruf gestartet hat. Ihre offene Art ist bewundernswert“, erzählt Blutspender Jürgen. Vor dreißig Jahren spendete er zuletzt Blut – damals beim Bundesheer. Als die Tochter einer guten Freundin an Krebs erkrankt und auf Blutkonserven angewiesen ist, wird Jürgen bewusst, wie knapp und wertvoll dieses Gut ist. Noch stärker wirkte die Erkenntnis, dass eine Blutkonserve nur 42 Tage haltbar ist. „Einmal spenden reicht einfach nicht“, sagte er sich. Und so kam er wieder. Und wieder.

Seine erste Spende nach 30 Jahren war als Geburtstagsüberraschung für die junge Dame gedacht: Jürgen zog ein Kostüm an, ließ sich beim Spenden fotografieren und schickte ihr das Bild zur Aufmunterung. Seitdem ist er Stammgast in der Blutzentrale – und jedes Mal bringt er ein Motto mit. An besonderen Tagen wie Ostern, Halloween oder dem Weltblutspendetag erscheint er stets in einer kreativen Verkleidung - als kleine Überraschung für das Team und ein persönliches Zeichen seiner Motivation. Vor kurzem feierte die junge Frau zwei Jahre „krebsfrei“. Ein stiller Moment, ein tiefes Durchatmen – doch voller Lebensfreude und Hoffnung. 

Für uns ist er mehr als ein Spender. Er ist ein Wegweiser dafür, dass Mut Kreise zieht und Hoffnung sich in den unterschiedlichsten Gesten zeigt – manchmal sogar in einer Verkleidung.

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